Aktuelles

Jahresbericht 2013

Aus der Fischerei

Die Anlandemengen und Erlöse der Kutterfischerei in Schleswig-Holstein für das Jahr 2013 sind wie in den Vorjahren in den Tabellen des Jahresberichtes 2013 des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) -Abteilung Fischerei- detailliert veröffentlicht.

Die Gesamtanlandemenge aus Nord- und Ostsee konnte leicht um 2.272 t auf 31.549 t gesteigert werden, ebenso wie der Umsatz um 2,4 Mio. Euro, der vor allem durch die relativ gute Erlössituation in der Krabben- und Muschelfischerei erzielt wurde.

Die Flotte und auch die Zahl der in der Fischerei tätigen Personen reduzierte sich 2013 weiter sowohl in der Ostsee als auch in der Nordsee. Neuzugänge von Fahrzeugen und Personen finden nur in sehr kleinem Umfang statt. Dieser Negativtrend ist leider in den letzten Jahren stetig zu beobachten. Altersbedingte Abgänge werden durch Neuzugänge nicht aufgefangen.

Wie schon im Vorjahr zog sich auch der Winter 2013 bis in den März/April hinein, so dass vor allem die kleinen Fahrzeuge in der Fischerei behindert wurden. Auch die Dorschfischerei wurde dadurch spätgestartet und vor allem der westliche Bestand wurde gleich wieder durch die Schonzeit im April blockiert.

Der Winter 2013/2014 war dagegen relativ milde verlaufen, so dass die Fischerei in diesem Jahr frühzeitig wieder gestartet werden konnte.

Die deutschen Quoten für Westdorsch wurden um 5,9 %, im Osten um 9,3 % abgesenkt.

Probleme gab es darüber hinaus mit der Fängigkeit der Dorsche. Ebenso waren die Preise vor allem beim östlichen Dorsch nicht befriedigend. Der östliche Dorschbestand ist inzwischen stark angewachsen und hat infolge mangelnder Nahrung eine ungenügende Qualität. Die Fischerei nutzte die vorhandenen Quoten für Ostdorsch deshalb nicht.

Die Heringssaison konnte sehr früh durch die Schleppnetzfischerei gestartet werden und verlief sehr erfolgreich. Erfreulich war auch eine Erhöhung der Heringsquoten in der westlichen Ostsee um 23,4 % und in der östlichen Ostsee um 15,1 %.

Die Quote auf Sprotten wurde um 11 % erhöht und wurde erfolgreich bewirtschaftet.

Plattfische wurden etwa in gleicher Menge wie im Vorjahr angelandet. Die Preise allerdings konnten in keiner Weise befriedigen.

Neben den festen Fangverbotszeiten auf Dorsch im April in der westlichen und im Juli/August in der östlichen Ostsee, wurden Seetage weiter reduziert und auf 163 Tage für die westliche und 160 Tage für die östliche Ostsee festgesetzt.

In der Nordsee bewegt sich der Schollenbestand auf historischen Höchstständen. Dafür stehen keine ausreichenden Fangquoten zur Verfügung. Auch die Preise befanden und befinden sich aber auf sehr niedrigem Niveau.

Positiv entwickelt sich weiterhin der Kabeljaubestand.

Erfreulich ist auch, dass die Seetage in der Nordsee 2013 nicht weiter gekürzt wurden.

Der zuständige Minister hatte 2013 eine Änderung der Küstenfischereiverordnung initiiert, die zu einem verbesserten Schutz von Schweinswal und Seevögeln in der westlichen Ostsee beitragen sollte. Im Vorfelde gab es diverse Treffen, an denen auch die Meinungen der Fischerei zu den geplanten großflächigen und zeitlich ausgedehnten Gebietssperrungen gehört wurden. Die Vorschläge von Seiten der Berufsfischerei zu Gebieten und Schließungszeiten wurden vom Ministerium in dem Entwurf nur unzureichend berücksichtigt.

Als Reaktion darauf kam es zu heftigen Protesten seitens der Fischerei, die in der Gründung der „Fischereilichen Notgemeinschaft“ sowie der „Hörnumer Erklärung“ gipfelten, dieanläßlich der Eröffnung der Muschelsaison am 07.August 2013 veröffentlicht wurde.

Nachdem der Verordnungsentwurf zurückgezogen wurde konnte nach langwierigem Ringen im Dezember 2013 schließlich die „Freiwillige Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten“ unterzeichnet werden.

Nun gilt es diese Vereinbarung sinnvoll mit Leben zu füllen, da die Stimmen der Gegner nicht verstummt sind und ihnen die Inhalte der Vereinbarung ohnehin nicht weit genug gehen. Ziel dieser Gruppierungen ist es nach wie vor die Stellnetzfischerei ganz zu verbieten.

Krabbenfischerei

Erfreulich verlief die Saison für die Krabbenfischerei. Bei ähnlichen Anlandemengen wie im Vorjahr konnten aber bessere Preise erzielt werden. Die letzten zwei guten Jahre waren nach der Durststrecke der davorliegenden Jahre auch dringend notwendig.

2013 hat die Erzeugerorganisation der Deutschen Krabbenfischer GmbH mit Sitz in Cuxhaven ihre Tätigkeit aufgenommen.

Die Krabbenfischer sind im Landesfischereiverband Schleswig-Holstein organisiert. Jetzt gilt es, sich aktiv in die Verbands- und Vorstandsarbeit einzubringen. Offene Fragestellungen, die es zu bearbeiten gilt gibt es genug – Nullnutzungszonen im Nationalpark Schleswig-holsteinisches Wattenmeer, Interessenskonflikte mit anderen Meeresnutzern, die geplante Schließung des Friedrichskooger Hafens.

EU-Fischereipolitik/nationale Umsetzung

Die Reform der GFP ist inzwischen beschlossen.

Der Aufbau der Fischbestände soll durch die Umsetzung einer nachhaltigen Fischerei mit dem auf dem Vorsorgeansatz basierenden maximalen Dauerertrags (MSY) bis spätestens 2020 umgesetzt werden.

Für alle wirtschaftlich genutzten Fischbestände sollen mehrjährige Bewirtschaftungspläne erarbeitet werden und limitierende Fangtage sollen gestrichen werden. Dies entspricht den schon lange im Raum stehenden Forderungen der Fischerei. Quoten werden als ausreichendes Kontrollinstrument betrachtet. Wozu also dann noch die unsinnigen Fangaufwandstage.

Das Rückwurfverbot (No Discard) und Anlandegebot wird zunächst bei quotierten Fischarten umgesetzt, soll aber ausgedehnt werden. ZuNo Discard gibt es noch eine Reihe von zu klärenden Fragen aus der Fischerei; z.B. was passiert mit Fischen mit einer hohen Überlebenswahrscheinlichkeit?

Forschungsprojekte mit Beteiligung der Fischerei laufen zum Thema Minimierung von Beifang sowie zu Energieeffizienzprojekten. Diesen Projekten steht die Fischerei sehr positiv gegenüber und wird auch zukünftig von den Ergebnissen profitieren. Außerdem ist dies ein wichtiger und richtiger Schritt in Richtung Naturschutz und Ressourcenschonung.

Ausbildung

Die Lehrgänge in der Fischereischule Rendsburg in der Trägerschaft der Landwirtschafts-kammer Schleswig-Holstein verzeichneten im Berichtszeitraum 2013 (in Klammern 2012) folgende Teilnehmerzahlen:

Teilnehmer

Berufsschullehrgänge5 (5)72(88)

davon ausSchleswig-Holstein39(52)

Meisterlehrgang (nicht durchgeführt)0(0)

BKü-Lehrgang16(6)

davon aus Schleswig-Holstein11 (6)

Inzwischen konkurriert der von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein an der Fischereischule kostenpflichtig angebotene BKü-Lehrgang zunehmend mit den kostenfreien Angeboten der Staatlichen Seefahrtsschule in Cuxhaven. Umso erfreulicher ist die rege Teilnahme in 2013.

Danksagung

Der Landesfischereiverband Schleswig-Holstein dankt allen, die im Berichtsjahr 2013 unsere Arbeit mit Beratung und Förderung unterstützt haben und für unsere Fischer verlässliche Partner waren. Wir hoffen auch für das kommende Jahr auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle unserer Fischerei.

Rendsburg, den 18. Juni 2014

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